Sonntag, 8. Dezember 2013

Ein alter Piratenhut?

Ahoi, Landratten!

Nachdem Christian und Xaver uns die Gischt ins Gesicht gepeitscht und etliche Segel und Takelage in Fetzen gerissen haben, ist endlich mal wieder Ruhe eingekehrt. Schauriges Schmuddelwetter, zugegeben - aber jedenfalls keine Gefahr mehr für Leib und Leben.

Passend zum aktuellen Schietwetter gab es bei uns an Bord gestern gleich zum Frühstück einen dampfend-heißen Teller Suppe. Ja! Zum Frühstück! Schließlich wärmt nichts besser durch...

Eigentlich zuckt die Mannschaft beim Wörtchen Suppe immer zusammen, macht lange Gesichter und kramt schon verzweifelt in der Seemannskiste nach "was zu beißen". Suppe geht bei uns an Bord maximal als Getränk durch. Ist ja flüssig... und dünn... und nix drin... und macht nicht satt... und... und... und...

Pustekuchen!

Um den Männern mal das Gegenteil zu beweisen, hab ich mich kopfüber in die Kombüse gestürzt und nen handfesten Klassiker zusammengerührt:


Cheeseburgersuppe (für 4-5 Personen)

Ab mit 'nem großen Pott auf den Herd, Öl heißmachen, 2 rote Zwiebeln kleinschnibbeln (ohne zu heulen!!! Das wäre schlecht für den Ruf als eiserne Piratenbraut...) und im heißen Fett glasig schmurgeln. 1 kg gemischtes Hack dazugeben und scharf anbraten, dann mit 500ml Rinderbrühe ablöschen. 8 Stangen Porree (keine Ahnung, wie viel das in Gramm sind!) in Ringe schneiden und mit in den Topf schmeißen, wenn's nicht reicht: noch etwas Wasser nachkippen. Wenn der Porree durch ist, 4 Packungen Schmelzkäse (2x Sahne, 2x Kräuter) dazugeben, schmelzen lassen. Zum Schluss alles mit Salz, Pfeffer, Muskatnuß und Curry (NEIN! Ihr habt Euch nicht verlesen.) abschmecken.

Mohltied!


Fazit der Mannschaft: Suppe ist doch nicht immer flüssig, dünn, durchsichtig oder gar ein Getränk :-)

Arrrhh! Piratenbräute haben eben den richtigen Riecher!


Sonntag, 21. Juli 2013

Wenn man Schnaps mit Schnaps verdünnt...

...ensteht ein Cocktail!

Moin, Ihr Haudegen!

Ausgeschlafen? Verkatert? Jemand vielleicht 'nen Rollmops zum Frühstück? Oder lieber saure Gurken?

Als ich gestern in meiner Hängematte baumelte und in einem Cocktailbuch schmökerte, nahm das Schicksal seinen Lauf... Die bunte Welt der Schnäpse begann in meinem Kopf zu kreisen. Und das noch vor dem ersten Schluck! Wer zum Henker ist bloß irgendwann auf die Idee gekommen, Schnaps mit Schnaps zu verdünnen, das ganze mit Milch, Eiern oder Gurken zu verpanschen und das allen Ernstes als Getränk zu servieren??? Wenn es doch auch ein großer Schluck direkt aus der Rumbuddel tut... Die Theorie: Derjenige muss schon 'nen kräftigen Sonnenstich gehabt haben ;-)

Aber auch 'ne Piratenbraut erkundet mal unbekanntes Gewässer. Nach intensivem Studium etlicher wüster Kombinationen hatte ich mich für den "Jamaica Glow" entschieden... Also ab in die Stiefel gesprungen, mit einem Satz über die Reling auf die Pier und ab zum Fusel-Fachmann.

Mit 'nem vollen Karren wieder an Bord (muss ja schließlich für die ganze Mannschaft langen!), ab in die Kombüse und fröhlich drauflosgeschüttelt. Das Ergebnis: SCHAUDERHAFT!!!!!!!!!! Wer hat den "Drink" erfunden und wie kann man das Gesöff runterkriegen??? Hätte ich meinen Männern das als Getränk verkauft, wäre die Meuterei vorprogrammiert gewesen! Selbst Brackwasser schmeckt besser! *ÜRX*

Also zurück in den Shaker und nochmal überarbeitet das Ganze... Nach ein paar Schlucken von diesem und einem Schuss von jenem entstand endlich etwas, das einem Cocktail würdig war:


Captain's First Try


6 cl Gin
1 cl brauner Rum (was wäre 'ne Piratenbraut ohne ihn...?)
3 cl trockenen Rotwein
5 cl Orangensaft
2 cl Zitronensaft
1 EL Rohrzucker
'ne gute Handvoll Crushed Ice

Alles zusammen ab in den Shaker, mit Schmackes schütteln bis das Eis geschmolzen ist (Ohren auf beim Cocktails basteln!), rein in den Blechbecher und Prost!





Wer's ein bisschen stilvoller mag, nimmt eben ein Glas mit ein bisschen Schischi am Rand, wie zum Beispiel 'ne Orangenscheibe oder bunten Zucker oder Papierschirmchen oder.... Puh!

Aber dass Ihr mir Morgen ja wieder geradeaus gucken könnt!!!

Ay!

Mittwoch, 12. Juni 2013

Zum Heulen... *schnief*

Moinsen, Jungens!

Nein, mich hat kein Hai zum Frühstück verspeist. Ehrlich gesagt bin ich vermutlich ungeniessbar. Oder das arme Tier würde einen Schwips bekommen. Wer weiß? Ich hab nur ne neue Mannschaft und das bedarf einer intensiven Einarbeitungszeit!

Vor ner halben Ewigkeit habe ich für unser Captain's Dinner eine Zwiebelsuppe verzapft. Aber eben nicht den Klassiker, ich will ja schließlich die Gourmets nicht langweilen.

Vor dem Kochen habe ich die Kombüsentür mit einem dicken Balken verriegelt! Warum? Sturzbäche von Tränen kullerten über meine Wangen. Und das steht einer Piratenbraut nicht besonders gut... Wer will schon ne Heulsuse zum Käpt'n???


Also Ärmel hochgekrempelt, mich mit meinem Schicksal abgefunden und rein ins Abenteuer:

Rote Zwiebelsuppe mit Vanille (für 8-10 Personen)


1 kg rote Zwiebeln (ja, wirklich!!!) in Ringe schnippeln und in einem großen beschichteten Topf in heißem Öl dünsten. Eine Schale der gedünsteten Zwiebeln beiseite packen, den Rest im Topf mit 100 ml Rotwein ablöschen und einkochen lassen. 300 ml Apfelsaft dazukippen, 1 Vanilleschote (in der Mitte aufgeschnitten) mit rein und wieder einkochen lassen. 4 EL Tomatenmark einrühren und zerstoßene, getrocknete Chilis und 2 TL Majoran nach Geschmack dazugeben. Wer es feuriger mag, nimmt eben etwas mehr Chili!! 2 l Kalbsfond dazu, mit Salz und Pfeffer abschmecken und ne Viertelstunde mit Deckel drauf köcheln lassen. Vanilleschote rausfischen, 200 ml Creme Fraiche in der Suppe verrühren und nochmal abschmecken. Vor dem Servieren die aufgehobenen Zwiebeln dazugeben und auf dem Teller mit einem Löffel geschlagener Sahne dekorieren (auch das Piratenauge isst mit - zumindest das ohne Augenklappe).

Dazu gab es Spieße aus gewürfeltem Thunfischsteak, einfach nur mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft in heißem Öl angebraten.


Und weil's so lecker war, war ich auch nicht schnell genug mit dem Fotografieren ;-)


Inspiration habe ich in diesem Fall mal wieder auf chefkoch.de gesucht.

Ay!

Montag, 29. April 2013

Post aus meiner Küche: Pommes, Eis und Schokolade - Teil 3

Wie die Zeit vergeht!

Nach unserer erfolgreichen Kaperfahrt nach Spanien, komme ich nun endlich dazu, Euch den dritten Teil meiner Flaschenpost vorzustellen: Schokolade!!!!

Schokolade selber machen lag an Bord echt nicht im Bereich des Möglichen, dafür hätte ich doch das Luxus-Schiff entern müssen, das im Hafen von Alicante direkt vor meiner neidblassen Nase lag. 


Den beengten Umständen unseres Schiffes angepasst und dank meines Tchibo-Kaufrausches vor einigen Wochen, habe ich auch etwas kleines aus Schokolade gezaubert :-)


Karamell-Herzchen- und Erdbeer-Blümchen-Lollies

2 EL Zucker und 1 TL Wasser in einer Pfanne zu Karamell schmelzen und auf einem Backpapier erkalten lassen, dann in kleine Stückchen zerbrechen.

Schokolade nach Geschmack zerbrechen, ich habe weiße und zartbitter genommen (für den farblichen und geschmacklichen Kontrast), im Wasserbad schmelzen. Dann je nach Form erst die Muster mit Schokolade füllen, kurz im Kühlschrank härten lassen, dann den Boden mit Schokolade bedecken, Karamellsplitter oder getrocknete Erdbeeren einfüllen und mit Schokolade bis zum Rand auffüllen. Lollie-Stiele in die Aussparung drücken und alles aushärten lassen. Fertig!

Das war mal einfach, was Männer? Also worauf wartet Ihr noch???


Dienstag, 16. April 2013

Post aus meiner Küche: Pommes, Eis und Schokolade - Teil 2

Eine einzige Kindheitserinnerung? Nein, da waren doch noch mehr... Der zweite Teil war also: Eis! 

Meine Mannschaft guckte mich leicht mitleidig an und überlegte, ob sie mich im nächsten Hafen in die Klinik für Geisteskranke Piraten einliefern sollte. Eis... in einer Flaschenpost... unterhalb des Polarkreises...???

Zugegeben, so einfach Eis verschicken geht natürlich nicht, auch nicht mit Ozean-Kühlung. Doch langer Rede kurzer Sinn:


Fanta-Smarties-"Cake-Cones" (3 Stück)

Schritt 1: Fantakuchen

Backofen auf 180°C vorheizen, 1 Tasse Zucker, 1 1/2 Tassen Mehl, 1/2 Tasse Öl, 1/2 Päckchen Vanillezucker, 1/2 Päckchen Backpulver, 1/2 Tasse Fanta, 2 Eier und 1 Prise Salz mit dem Handmixer verrühren, in eine gefettete Backform (Spring-, Kasten-, Herzchen-, Lamm-.........form - völlig egal, wird danach eh zerstört!) geben und im Backofen ca. 30 Minuten backen. Falls Ihr Euch nicht sicher seid, ob der Kuchen durch ist, steckt ein Holzstäbchen (Zahnstocher oder Schaschlikspieß) hinein. Wenn noch Teig kleben bleibt, dauert's noch. Danach den Kuchen auf einem Gitter abkühlen lassen.

Schritt 2: Frosting

40g Butter (auf Zimmertemperatur), 70g Frischkäse und 80g Puderzucker kräftig verrühren - Fertig!

Schritt 3: Mix it, Baby!

Den abgekühlten Kuchen nach Herzenslust zerkrümeln, mit einem Löffel nach dem anderen vom Frosting mischen, bis die richtige, matschige, aber formstabile Konsistenz erreicht ist. Dann eine Smarties nach Belieben untermischen.

Schritt 4: Schoko-Eiswaffeln

Eiswaffeln pur sind zu anfällig für Feuchtigkeit, deshalb habe ich 100g Schokolade mit 70% Kakaoanteil geschmolzen und 3 Eiswaffeln damit von innen ausgegossen und zum Trocknen in ein paar Gläser gestellt.

Schritt 5: Fill in and cover...

Den Teig-Frosting-Smartie-Mix in die Waffeln drücken und damit obenauf eine Eiskugel formen. 100g Schokolade mit 70% Kakaoanteil schmelzen und die Eistüten darin wenden (Achtung! Bitte erst noch ne Runde in der Hand drehen, sonst kleckert zu viel an der Waffel herunter!!), in Streuseln oder sonstigem Zuckerkram wälzen, trocknen lassen.

Ay, Matrosen! Klarmachen zum Nachmachen!!

Donnerstag, 11. April 2013

Post aus meiner Küche: Pommes, Eis und Schokolade Teil 1

Nicht nur von Süd nach Nord, sondern auch entgegengesetzt tanzte um Ostern herum eine Flaschenpost mit Kindheitserinnerungen auf dem Wellenkamm ihrem Ziel entgegen.

Ihr erinnert Euch an die wunderbaren Telefonate mit meiner Familie zur Ideenfindung? Wenn nicht: lest selbst!

Pommes, Eis und Schokolade...mhhmmm... meine Gehirnzellen glühten auf der Suche nach der Lösung, da musste erstmal der Hut an den Nagel in der Kombüsenwand gehängt und ein Kopftuch umgebunden werden, damit die Schweißperlen nicht in die Köstlichkeiten tropfen!

Doch ich will Euch nicht länger auf die Folter spannen:




Brause-Fritten mit Marmeladen-Ketchup und Schokoladen-Mayo


Für die Brause-Fritten 100g kalte Butter in Stücken, 1 Päckchen Vanillezucker, 1 Päckchen Brausepulver, 50g Zucker, 180g Mehl und 1 kleines Ei mit dem Rührgerät verkneten. Danach nochmal per Hand kräftig weiterkneten, zu einer Kugel formen und in Frischhaltefolie gewickelt für eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen.

Backofen auf 200° Umluft vorheizen. Die Arbeitsfläche mit Mehl bestreuen und den gekühlten Teig darauf ca. 0,5cm dick ausrollen (je nachdem, ob Ihr lieber dicke oder dünne Fritten mögt) und in gleich breite Streifen schneiden, Länge der Streifen nach Wunsch kürzen (Kartoffeln sind ja auch nicht immer gleichgroß) und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen (Abstand lassen, einige neigen leider zum Zerlaufen) und im Backofen (je nach Dicke) ca. 10 Minuten goldgelb backen.

2 Packungen Brausepulver mit 1 EL Zucker mischen und die warmen Fritten darin wälzen, abkühlen lassen, fertig!

Für den Marmelden-Ketchup entweder den eigenen Bestand plündern oder wegen der Farbe 3 EL Hagebuttenkonfitüre und 1 1/2 EL Johannisbeergelee in einem Topf erwärmen, verrühren und zum Abkühlen in ein Schälchen füllen.

Für die Schokoladen-Mayo 100g weiße Schokolade im Wasserbad schmelzen und mit Schlagsahne mischen (Menge je nachdem, wie dickflüssig Ihr es gern hättet). Zum Abkühlen ebenfalls in ein Schälchen füllen.

Mahlzeit, Ihr Landratten!



Sonntag, 7. April 2013

Post aus meiner Küche... die Flaschenpost aus Ludwigsburg!

Am Samstag vor Ostern lag ich wieder mal gemütlich in meiner Hängematte an Deck und ließ meinen Blick über das Meer schweifen... als ich etwas Glänzendes auf unser stolzes Schiff zutreiben sah:

DIE Flaschenpost!

Kescher geschnappt, über die Reling gehängt, fast dabei über Bord gekippt und meine lang ersehnte Sendung eingesammelt:




Auch eine Piratenbraut war mal jung! Und Kindheitserinnerungen habe ich genug... Viel spannender ist es aber, das auch mit anderen zu teilen.
In Miriams Flaschenpost war eine echte Leckerei:




Zusammen mit meiner Mannschaft haben wir in nullkommanix das Päckchen leer gefuttert. Die letzten einsamen Krümel haben dann die Möwen bekommen :-)



Miriam hat die Oblaten ihrer Oma Schmidt gebacken:

500g Zucker in einem Topf karamellisieren, nach und nach 250g Sahne unterrühren (Gesicht und Flossen außer Reichweite, das gibt Brandblasen!!) und aufkochen. 200g gemahlene Nüsse und 2 EL Honig dazugeben und rühren, dann 200g Butter darin schmelzen lassen. Die Masse auf 5 Scheiben Oblatenwaffeln (bekommt man bei Marktkauf oder im türkischen Lebensmittelladen) verteilen, die Waffeln aufeinander schichten und über Nacht mit einem Backblech beschweren. Am nächsten Tag in Rauten schneiden.

Mann, war das lecker! Die wahre Freude für einen - Entbehrung gewöhnten - Piratengaumen :-)

Vielen Dank nochmal an Miriam nach Ludwigsburg!!! Das wird bestimmt mal nachgebacken...

Ahoi!

PS: Was in meiner Flaschenpost war, erfahrt Ihr natürlich auch noch!

Dienstag, 26. März 2013

Vorfreude auf die nächste Flaschenpost!

Es ist endlich so weit:

Diese Woche werden die wunderbarsten kulinarischen Leckereien durch ganz Deutschland und sogar darüber hinaus verschickt... Omas Geburtstag? Ostern? Tante im Krankenhaus? Weit gefehlt!!! Warum aber dann???

"Post aus meiner Küche" startet in die nächste Runde *freu*

Die letzten beiden Male habe ich nur auf meinem Lieblings-Blog Ich bin dann mal kurz in der Küche den regen Austausch verführerischer Kochkünste verfolgt. Dieses Mal habe ich beschlossen, selbst einen Gruß aus der Kombüse zu verschicken und jemanden damit zu erfreuen... Zugegeben, für eine Piratenbraut habe ich ne ganz schön weiche Seite *seufz*


Ihr guckt ja immer noch so verdattert, Jungens! Dann werde ich mal ein paar erklärende Worte loswerden: "Post aus meiner Küche" wurde von 3 Food-Bloggerinnen ins Leben gerufen und seitdem mit wachsender Begeisterung angenommen. Jeder der Lust hat, egal ob Blogger oder Normalsterblicher, meldet sich in einer bestimmten Frist an. Danach wird das Thema der aktuellen Tauschrunde bekanntgegeben und ein Tauschpartner vermittelt. Per eMail wird Kontakt aufgenommen, Adressen und Lebensmittelunverträglichkeiten, sowie Ausschluss-Kriterien zur Brechreizvermeidung, ausgetauscht. Keiner will sich schließlich nach dem Genuss seines Päckchens über die Reling hängen...

Das Thema dieses Mal ist "Kindheitserinnerungen". Was liegt also näher, als die eigene Mum anzurufen und mal rauszufinden, was man denn als junge Deern am Liebsten mochte? Ich mich also über die Reling auf die Pier geschwungen und zum Telefon gegriffen. 

"Hallo, Mama! Ich mach da bei einer Aktion mit, die das Thema "Kindheitserinnerungen" hat. Was mochte ich denn früher am Liebsten?" - "Weiß ich nicht... Wozu brauchst Du denn das?" - "Ich schick mir mit einer anderen Kochfanatikerin ein Päckchen mit Selbstgemachtem hin und her." - "Aha? Wird das nicht schlecht, bevor es da ist?" - "Mama! Soooo langsam ist die Deutsche Post dann auch nicht..." - "Mmmmh, keine Ahnung... Beamtenstippe!" - "Äääh, ja... Hackfleisch wird tatsächlich schlecht, bevor es ankommt!!!" - "Ich hab mir das nicht so gemerkt. Aber was alle Kinder eben mögen: Pommes, Eis und Schokolade. Und außerdem bin ich eben erst zur Tür reingekommen."

Hmpf... nicht so ergiebig. Nächster Versuch: mein (inzwischen nicht mehr) kleiner Bruder.

"Hey, Brüderchen!" - "Hey..." - (Aha, er spielt Computer...)"Ich brauch mal Deine Hilfe. Ich mach da bei so ner Aktion mit und wüsste gern, was wir früher am Liebsten gegessen haben." - "Hmmmmmm." - "Hallo, noch da?" - "Ich überlege.... Weiß nicht.... Alles was süß war! Außer die ekligen Kokosdinger aus der Colorado-Tüte." - "Was heißt denn alles?" - "Naja, alles eben."


Boah! Da musste ich mir also doch allein das Hirn zermartern... Wieder an Bord gestiefelt, Feder, Pergament und 'ne Buddel Rum geschnappt und alles aufgeschrieben, was mir in den Sinn kam. Nach einer Stunde Grübelei stand dann auch endlich eine ziemlich unübersichtliche Liste, von Pfannkuchen bis Fanta Pink Grapefruit (die es leider schon seit Jahren nicht mehr gibt...). Doch die schwierigste Aufgabe war es, das ganze in etwas postalisch Versendbares zu verwandeln.

Nach einer weiteren Stunde und etwas Internet-Recherche hatte ich dann endlich den Masterplan:

Pommes, Eis und Schokolade!

Wenn meine Mutter nur geahnt hätte, wie Recht sie mit ihrer Aussage hatte! ;-)



Doch mehr wird hier natürlich nicht verraten, denn erst muss die liebe Miriam von "Tischnachbarn - Agentur für Tischkultur" ihre Flaschenpostt öffnen. Heute hab ich sie über Bord geworfen. Wenn die Strömung mitmacht und der Wind gut steht, ist es am Donnerstag bei ihr.

Ay!

Sonntag, 24. März 2013

Mal eben schnell...

Die Mannschaft befindet sich seit Freitag Abend auf Landgang, doch so langsam trudeln die ersten Suffköppe wieder ein und begeben sich, mehr oder weniger lädiert, zurück an Bord. Dass die Männer es auch nie schaffen, sich zu benehmen wie echte Gentlemen...

Um Ihnen trotzdem noch was zu Essen aufzutischen, und das nicht mit dem geringsten bisschen Motivation (!), hab ich halt mal das Netz über Bord gehängt und ein paar Garnelen an Deck gezogen. Selbst als Smutje aus Leidenschaft hat man ja mal einen faulen Tag :-)



Neptun sei Dank muss Kochen ja aber nicht immer gleich in Arbeit ausarten. Es geht auch schnell und einfach: 

Die kleinen Krabbeltierchen hab ich in Butter mit Knoblauch und ein paar gemischten Kräutern angebraten, dann eine ordentliche Portion Blattspinat (Vitamine gegen Skorbut, oder wollt Ihr, dass Euch die Zähne ausfallen??) mitgeschmort und das ganze dann mit geriebenem Parmesan angerichtet.



Den Jungs hat's geschmeckt! Und was noch viel wichtiger ist: Mir auch!! Also nun ab in die Koje... *schnarch*

Ay!

Dienstag, 19. März 2013

Auch Piratenbräute werden jedes Jahr älter!

Und das ist ein Grund zum Feiern!!!


Zu meinem letzten Geburtstag hat mir eine befreundete Piratenbraut das Backbuch "Sweet & Easy - Enie backt" geschenkt und löchert mich seitdem in regelmäßigen Abständen, ob ich denn endlich mal was daraus ausprobiert hätte... und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass es 3 Monate traurig und einsam in meinem Regal stand.




Und dabei sieht es doch schon zum Anbeißen aus! Darin gestöbert habe ich schon des Öfteren, wenn ich bei Flaute in meiner Hängematte baumelte, und fast jedes Rezept klingt verlockend... *mjam* Sehr erfreulich ist auch, dass viele der Backwaren wirklich einfach zuzubereiten sind!




Ich speicherte also in meinem Hirn ab, was sie so gern mal probieren würde und nutzte ihre Geburtstagsparty für eine kulinarische Überraschung: Am Tag der Feier verschwand ich gleich nach dem Frühstück wieder in der Kombüse. Zurück in meinem Element machte ich mich über eines der erwählten Rezepte her:




Lorbeerbrot! Ich wusste, es würde an diesem Abend Suppe geben und eine Scheibe Brot zum Stippen ist genau das Richtige für einen Seemann... Hier das Rezept:


Lorbeerbrot

Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Beliebig große Kastenformen (ich habe zwei 20er und eine kleine Kinderform genommen) mit Butter einfetten.

10 Lorbeerblätter klein hacken (Achtung: die Mistviecher springen durch die ganze Kombüse!). Mit 500g Dinkelmehl, 1 Packung Weinsteinbackpulver (Warum nicht einfach stinknormales hat sich mir noch nicht erschlossen...), 1-2 TL Meersalz, 50g Blaumohn und 50g Sesamsaat in einer Schüssel gut vermischen. 50g Butterschmalz (ich hab warme Butter genommen) zugeben und mit dem Handrührgerät verkneten. Danach 350ml Milch, 150g saure Sahne und 1 EL flüssigen Honig und zu einem glatten Teig kneten.

Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche nochmal mit den Händen gut durchkneten, je nach Auswahl der Kastenformen teilen, zu kleinen Laiben formen und in die Formen geben. Je 2 Lorbeerblätter auf die Brotlaibe geben und auf mittlerer Schiene im Ofen backen. Die kleine Form hat bei mir knappe 20 Minuten gebraucht, die 20er etwas über 35 Minuten. Dann herausholen, kurz stehenlassen, aus der Form stürzen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.


Wenn es Geruchsinternet gäbe!!! Euch würde, genau wie meiner Mannschaft, das Wasser im Mund zusammenlaufen. Kurz nachdem ich den Ofen geöffnet hatte, hörte ich an Deck ein gieriges Messerwetzen ;-)


Ay, Matrosen! Wienert das Deck und hisst die Segel: Die Party kann steigen!!!


Freitag, 8. März 2013

Backschaft!

Bei uns an Bord gibt es feste Regeln! So wird zum Beispiel der "Küchendienst" - an Bord Backschaft genannt - fest eingeteilt.

Gestern kam ich in die Kombüse und wollte mir gemütlich was Kleines zu futtern machen... Keine Teller!!! Ein Schiff ohne flachen, großen Untersatz für mein Mittagessen!!!!! Wenn ich den erwische, hagelt es...


Auf ner Untertasse (!) also alles kleingeschnibbelt und ab damit in einen Becher - Improvisation ist Alles! Was dabei herauskam? Nachdem ich dieses Foto auf facebook gepostet hatte, wurden die wildesten Vermutungen angestellt. Von kandierter Ananas mit Vanilleeis bis Pellkartoffeln war alles dabei... Jungens, was ein Aufruhr! Aber ich will Euch nicht weiter auf die Folter spannen:


Wenn der Käpt'n keinen Teller findet, geht Tomate-Mozzarella eben auch HOCHKANT :-)

Ein schönes Wochenende, Matrosen! Und genießt den Landgang! Aber das mir keine Klagen kommen...

Donnerstag, 7. März 2013

Flaute!

Wenn der Wind sich mal wieder gegen unser stolzes Schiff verschworen hat und wir nur von der Strömung über das spiegelglatte Meer getrieben werden, überlasse ich der Mannschaft das Ruder, verschwinde in meiner Hängematte und schnappe mir ein Buch... Oft sind es einfach Kochbücher, doch der letzte Fund deutscher Literatur ließ mein Piratenherz höher schlagen:

"Es muss nicht immer Kaviar sein" von Johannes Mario Simmel

Der Autor erzählt die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte eines Londoner Bankiers mit einer großen Leidenschaft zum Kochen, der im zweiten Weltkrieg zwischen die Fronten gerät und zum Geheimagenten wider Willen rekrutiert wird. Doch damit nicht genug: Wäre es nur eine Nation, die sich für ihn interessierte, wäre sein Leben bedeutend einfacher gewesen, stattdessen wird er zum Doppel- und Dreifachagent!


Diese Tatsache allein würde es dem Buch jedoch nicht zu einem Auftritt in meinem Blog verhelfen... Das wunderschöne sind die zauberhaften Menüs, die der Protagonist in allen möglichen und unmöglichen Situationen zaubert, natürlich auch dank seines "Organisationstalentes" in Kriegszeiten.


Alles in allem ein überaus unblutiges Buch über das aufregende Leben eines Agenten im Zweiten Weltkrieg, welches die Wichtigkeit eines guten Essens mehr als einmal betont!!!

So lässt es sich auch bei Flaute in seiner Hängematte aushalten! In diesem Sinne: Ahoi!

Mittwoch, 6. März 2013

Kaufrausch!

Kennt Ihr das?

Ihr wollt nur mal eben was besorgen und kommt dann mit viel zu viel zurück an Bord? Mir geht das ständig so, vor allem wenn Tchibo, Rossmann und Co. mal wieder Backzeuchs feilbieten...


Tchibo's Backparadies

Letzte Woche waren es Lolli-, Muffin- und Guglhupfformen von Tchibo, heute ein Cupcake-Ständer von Rossmann. Wenn mich einer fragt, wo ich meine erbeuteten Goldstücke lasse: Ich kurble weltweit die Wirtschaft an ;-)

Etagère Rossmann

Und auch online sind meine Dublonen nicht sicher: Casa di Falcone treibt mich mit wunderschönen und wild zu kombinierenden Verpackungs-Variationen in den finanziellen Ruin!


Verpackungsträume...






Tja, Matrosen, hilft nix: Alle Mann Segel hissen und auf zur nächsten Kaperfahrt!!! Wird's bald!











...von Casa di Falcone!






Des Käpt'ns Leidenschaft will schließlich finanziert werden <3

Ahoi!











Dienstag, 5. März 2013

Ahoi, Kombüse klar zum Entern?

Moin, Matrosen!

Was Euch genau hier erwartet? Keine Ahnung!

Seit meinem ersten Kinderkochkurs kommt bei mir bei Schietwetter keine Langeweile mehr auf. Wo Ihr mich findet, wenn man vor Nebel die Hand vor Augen kaum sieht? In der Kombüse! Ich brutzel und backe, brate und schnibbel, was die Bordbestände hergeben... mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg, aber immer essbar!

Lehnt Euch zurück und beobachtet, wie ich in regelmäßigen Abständen die Kombüse in ein größeres Chaos stürze, als es der stärkste Orkan vermag.

PS: Wer mehr auf facebook steht, findet mich auch hier: Ahoi, Kombüse klar zum Entern?

Ay!

Kombüsen-Überraschung